Trading

Wie gelingt der Einstieg in den Börsenmarkt? Wer seine Reise als Trader beginnen möchte, der wird vermutlich als Einzelgänger beginnen und sich mühsam verschiedenste Quellen erschließen, um das Trading zu erlernen. Häufig fehlt jedoch ein Leitfaden, der eine sinnvolle Reihenfolge von Lerninhalten sicherstellt. Einige Tipps und Tricks zum Thema Trading finden Sie hier.

Trading oder Investieren

Der Übergang zwischen den „Trading“ und „Investieren“ ist fließend. Jedoch kann grundsätzlich gesagt werden, dass mit Investitionen eher diejenigen Handelspositionen gemeint sind, die mit einer Haltedauer von bspw. 6 Monaten oder länger eröffnet wurden. Ein bekanntes Beispiel eines Investors ist sicherlich Warren Buffett,welcher selbst sagte, „er bezeichne seine Positionen nur dann als wirkliche Investments, wenn er plane, diese nie mehr zu verkaufen.“ Er beabsichtigt somit, regelmäßige Zahlungsströme in Form von Dividenden zu erhalten. Auch wenn er zum Teil Investments wieder veräußert, so geschieht dies in der Regel in einem größeren Zeitraum.

Der Trader hingegen versucht, die Kursschwankungen in einem Basiswert (etwa einer Aktie oder einer Währung) auszunutzen und seine eingegangen Trading-Positionen in einem überschaubaren Zeitfenster wieder zu schließen. Dieses Zeitfenster kann von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Wochen oder Monaten andauern – je nach persönlichem Tradingstil. Um mit den teilweise geringen Kursschwankungen arbeiten zu können, wird oft ein so genannter Hebel eingesetzt, um die eingefahrene Rendite zu vervielfachen.

Trading Jackpot

Die Aktie von Barrick Gold ist der Highflyer in diesem Jahr. Ein unglaublicher Kursanstieg ist zu verzeichnen und es sieht danach aus, als ob die Investoren noch nicht genug haben. Sie treiben den Kurs vor sich her, sie ordern neue Aktie und erhöhen die Nachfrage. Der Preis kann gar nicht anders als zu steigen. Sieht man sich den Kursverlauf der letzten Monate an, dann wird dem Anleger bewusst, was für eine Riesenchance sich ihm geboten hat. Hätte man die Trendumkehr rechtzeitig erkennen können, dann wäre ein Supergewinn möglich gewesen.

Die Richtige Aktie finden

Kurzfriste Anlagen

Dank der wachsenden Bedeutung des Internets und der Online Maklerdienste, die fixe Preise auf niedrigem Niveau für alle Aktientransaktionen anbieten, ist die Zahl der Anleger, die täglich Kauf- und Verkaufstransaktionen – das sogenannte „Day Trading“ – durchführen, entsprechend angewachsen. Das heißt, es werden täglich Wertpapiere erworben und verkauft, mit dem Ziel, kurzfristig Gewinne zu realisieren. Dies war früher die Domäne von professionellen Anlegern, das Internet hat jedoch den Zugang zum Day Trading für jeden Investor geöffnet, der sich im Internet bewegen kann. Das Day Trading birgt für einen Anleger das größte Risiko, aber auch die Chance für den größten Gewinn. Für den Privatanleger heißt das, eine Aktie zu finden, die unter ihrem wahren Wert gehandelt wird, diese zu kaufen, dann abzuwarten, bis der Kurs – oft in Folge einer positiven Nachricht über das Unternehmen – in die Höhe schießt. Manchmal spielt sich dieses „billig einkaufen, teuer verkaufen“ innerhalb von einigen Minuten ab. Das Risiko besteht darin, dass der Kurs natürlich auch sinken kann. Viele Day Traders verlieren viel Geld, weil sie ihre Aktien nicht schnell genug abstoßen können. Sie finden sich plötzlich in der Lage wieder, dass die Kurse fallen und fallen, manchmal auch unter den ursprünglichen Kaufpreis. Innerhalb von Minuten ist dann der auf den schnellen Gewinn orientierte Anleger um viel Geld ärmer geworden.

Langfristige Anlagen

Der Anleger, der eine langfristige Investition plant, muss sich um die kleinen, kurzfristigen Schwankungen der Kurse keine Sorgen machen. Seine Philosophie besteht darin, eine Aktie zu kaufen und dann abzuwarten, wie sich der Kurs im Verlauf der Zeit – in der Regel zumindest fünf Jahre – nach oben entwickelt. Wenn das Unternehmen Gewinne abwirft und Dividenden auf die Aktien ausschüttet, erzielt der Anleger auf seine Anlage eine Rendite. Langfristige Anleger tendieren dazu, ihr Portfolio zu diversifizieren, indem sie ihre Mittel in eine Vielzahl von Unternehmen investieren, anstatt alles auf eine Karte zu setzen. Auf diese Weise können sie damit rechnen, dass, auch wenn die Kurse einiger Aktien in ihrem Portfolio fallen, doch einige andere steigen . Mit langfristigen Veranlagungen ist üblicherweise ein geringeres Risiko verbunden, da der Anleger das Unternehmen ausführlich analysiert hat, bevor er die Entscheidung zur Investition getroffen hat. Jedoch ist es unwahrscheinlich, dass die Anfangsinvestition sehr schnell wieder hereingespielt werden kann. Die große Ausnahme von dieser Regel tritt dann ein, wenn ein Unternehmen ein anderes, dessen Aktien Sie gekauft haben, mit einem Aufgeld aufkauft.

Das Drei-Stufen-Modell

Die ersten Anlageentscheidungen nehmen Sie in drei Stufen vor, bevor Sie sich zum Kauf einer bestimmten Aktie entschließen.

1. Stufe:

Sie betrachten und analysieren die allgemeine wirtschaftliche Situation sowie die volkswirtschaftlichen Einflussfaktoren eines bestimmten Landes und fragen sich dann: Soll ich zum jetzigen Zeitpunkt in Aktien investieren, oder versprechen beispielsweise Anleihen einen besseren Ertrag?

2. Stufe:

Welche Branche verspricht zukünftig hohe Gewinnsteigerungen? Beispiel: Banken und Versicherungen, Pharma- und Chemiebranche, Maschinenbau.

3. Stufe:

Welche Werte innerhalb dieser Branche haben Nachholbedarf, haben die besten Chancen auf eine erfolgreiche Unternehmenspolitik oder befinden sich im sogenannten Rückgang?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Welche Aktie ist besonders günstig? Und welche wird derzeit überbewertet? Eine der gebräuchlichsten Kennziffern, um das herauszufinden, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Dieser Wert ergibt sich, wenn der Kurs durch den Reingewinn pro Aktie geteilt wird.

Grundsätzlich gilt: Je niedriger das KGV, desto besser. Aber Achtung: Bei der Angabe des Gewinns können Unternehmen leicht tricksen. Achten Sie darauf, dass für den Reingewinn Zinsen, Steuern und Abschreibungen abgezogen wurden, also keine EBIT oder Earnings Before Interest and Taxes (Gewinne vor Zinsen und Steuern) die Grundlage der Berechnung bildeten. Außerdem wichtig: Wurde der Gewinn des Vorjahres zur Berechnung verwendet oder der erwartete für das aktuelle? Daten für das vergangene Geschäftsjahr sind zwar gesichert, aber auch veraltet. Aussagekräftiger ist der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr. Der ist zu einem frühen Zeitpunkt jedoch nur eine vage Schätzung. Läuft es an der Börse gut, sind die Gewinnerwartungen der Analysten häufig übertrieben. Hilfreich kann ein Blick in die jüngere Unternehmensgeschichte sein. Waren die letzten Jahre profitabel? Lassen Sie sich nicht durch einen einzigen Ausreißer nach oben blenden.